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Frühjahrsfischen
Der kalte Winter ist nun vorbei, die Kraft der Sonne nimmt stetig zu und erwärmt damit das Flachwasser im Uferbereich.
Automatisch ziehen jetzt die allermeisten Raubfische in diese Bereiche; stehen doch die Chancen der Räuber dort sehr gut, Beute zu finden.
Wer es also auf Räuber wie z. B. Hecht, Barsch oder Seeforelle abgesehen hat, sollte sein Augenmerk auf das Flachwasser richten.
Einige Dinge sollte man speziell in diesen Gewässerabschnitten aber genau beachten.
Mir fielen im wesentlichen vier Eigenheiten auf, die es zu beachten gibt.

Egal ob vom Boot aus gefischt wird oder man seine Köder vom Ufer aus präsentiert. Im Bereich des Flachwassers sollte man sich immer sehr vorsichtig bewegen. Räuber, die in z. T. nur wenige cm tiefem Wasser auf Beute aus sind, reagieren auf Störungen meist mit sofortiger Flucht. Wer mit dem Boot auf die Pirsch geht, sollte sich am besten mit dem Wind auf die vermeidlichen Hot Spots zutreiben lassen. Bei Windstille sollte man sich mit ganz vorsichtigen Ruderschlägen, oder noch besser mit dem E-Motor, dem Angelplatz nähern.

Wer vom Ufer aus auf Fischfang geht, sollte nicht allzu hektisch am Ufer rumlaufen, lautes oder festes Auftreten gilt es gänzlich zu unterlassen. Wer nicht ganz bis an das Wasser vortritt, also einige Meter vom Ufer entfernt stehen bleibt, den sehen die Räuber nicht so sehr und unsere Chancen stehen besser.

Das Wasser beobachten und ruhige Bewegungen machen ist das Motto.

Jeder hat seine eigenen Vorlieben was die Köder betrifft. Mir sind für diese Fischerei im Flachwasser kleine Köder bis etwa 10 cm am liebsten. Planseesysteme, Drachkovitch-Systeme, kleine Rapalas, kleine Spinner und Blinker; der Vielfalt sind hier keine Grenzen gesetzt. Dennoch bevorzuge ich, je nach Gewässer, am ehesten die Blinker.
Sie kann ich sehr weit werfen und ich kann sie vor allem variantenreich führen.

Wer sich an fremden Gewässern versucht, holt sich natürlich allerhand Infos ein. Gerätehändler, Angelkollegen, Magazine, Internet-Foren usw. Das sind aber alles „alte“ Infos, selbst wenn diese Infos richtig sind, sollte man sich immer persönlich und zeitnah ein Bild vom Gewässer machen. Da einem das Echolot in diesen Bereichen des Gewässers nicht helfen kann, ist man auf das angewiesen, was das Auge sieht. Ich halte nicht wirklich viel vom vorherigen Begehungen ohne die Angel, die Angelzeit ist meist eh begrenzt, da macht es doch mehr Sinn gleich mit der Angel los zu ziehen. Interessante Plätze, die einem nicht gleich beim ersten Mal auffallen, kann man einige Stunden später gleich noch mal befischen.

Wer in sehr klaren Gewässern fischt, sollte sich auf jeden Fall Gedanken machen, ob man nicht wieder auf die gute alte monofile Schnur umsteigt. Viele Profis benutzen nur noch geflochtene Schnur zum Spinnfischen, der Köderkontakt ist wesentlich besser, speziell wenn man in größeren Tiefen fischt. Aber da wir im Frühjahr nur Tiefen bis etwa max. sieben bis acht Meter befischen, meist jedoch noch wesentlich seichter, sind wir auf die Geflochtene nicht unbedingt angewiesen. Ein weiterer Vorteil der monofilen Schnur ist deren Dehnung. Dank dieser Eigenschaft schlitzen einem nicht so viele Fische aus, die den Köder erst kurz vor unseren Füßen nehmen. Natürlich ist diese Dehnung nicht gerade förderlich für einen Anhieb auf größere Distanz, doch dieses nehme ich in Kauf. Scharfe Haken benutze ich auf jeden Fall.

Der absolut wichtigste Vorteil von monofilen Schnüren, für mich: selbst normale, nicht Fluorocarbon - Monos sind für Fische viel schlechter zu erkennen als Geflochtene.
Wer es annähernd perfekt haben will, sollte diese modernen FC Schnüre benutzen.
Deren Lichtbrechungsindex ist nahezu dem des Wassers identisch. Was nichts anderes bedeutet, als das sie für die Fische kaum sichtbar ist. Da diese FC Schnüre auch noch etwas härter als normale Monos sind, also weniger Dehnung haben, kommt das der Köderkontrolle und dem Anhieb zugute.

Für alte Seeforellenprofis und verschlagene Huchenfischer geht nichts über die gute alte Mono, warum also sollten wir uns diese guten Eigenschaften der monofilen Schnur nicht zu nutze machen.
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