| Keine Angst vor „Multis“! |
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Sind Sie schon stolzer Besitzer einer Multirolle? Falls ja, dann haben Sie sicherlich gute Gründe für die Anschaffung gehabt und wissen um die Vorzüge.
Unter Norwegenfahrern und beim Big Game Angeln ist die Multi gar nicht mehr weg zu denken. Spinnfischer, die zugegebenermaßen ihre Köder auch auswerfen müssen, sind da noch wesentlich zurückhaltender. Die größte Befürchtung: Schnurperücken beim Auswurf. Hält man sich jedoch an ein paar einfache Spielregeln, dann läuft die Leine sauber von der Spule.
Perücken entstehen dann, wenn sich die Spule zu schnell dreht und mehr Leine freigibt, als der nach vorne fliegende Köder „verarbeitet“. Dieses Ärgernis lässt sich durch eine richtig eingestellte Fliehkraftbremse vermeiden. Dazu halten wir unsere Rute senkrecht und betätigen die Schnurfreigabe. Die Fliehkraftbremse justieren wir nun so, dass alleine durch das Ködergewicht Schnur von der Spule gezogen wird. Bei korrekter Einstellung gleitet der Köder gemächlich Richtung Boden. Zieht der Köder gar keine Schnur ab oder saust hinunter, sind entsprechende Korrekturen erforderlich. Die Einstellungen sind selbstverständlich für jedes Ködergewicht separat vorzunehmen. Da dies aber nur Sekunden dauert, ist das kein wirklicher Aufwand. Spinnfischer-Multis von SHIMANO sind mit dem VBS-Fliehkraft-Bremssystem ausgestattet, das eine präzise Abstimmung auf ein bestimmtes Ködergewicht erlaubt und zuverlässig „Schnursalat“ verhindert. Spitzenmodelle wie die Calcutta DC oder die Calais DC verfügen sogar über einen digitalen Kontrollmechanismus (Digital Control Braking System). Acht programmierte Einstellungen ermöglichen es, die Rolle besondern fein einzustellen, wobei neben dem Ködergewicht sogar schwache oder starke Gegenwinde berücksichtig werden können.
Die Gefahr einer Perückenbildung lässt sich zudem vermeiden, wenn beim Auswurf Rute und (gestreckter) Arm eine Gerade bilden. En ruckartiges Abstoppen oder ein Nachwippen mit der Rute verzeiht die Stationärrolle – die Multi nicht.
Einsteigern empfehle ich erste Wurfübungen mit Ködergewichten um die 50 Gramm, da schwerere Köder deutlich einfacher zu handhaben sind, als die Leichtgewichte.
Ansonsten gilt auch hier: Übung macht den Meister. Sehr schnell hat man verstanden, worauf es ankommt und lernt die Vorteile einer kleinen Multi- oder Baitcast-Rolle schätzen. Die ergonomisch geformten Gehäuse liegen sehr bequem in der Hand. Richtig eingestellte Multis erlauben sehr weite und überaus präzise Würfe. Die Schnurfreigabe kann einhändig bedient werden, was nicht nur bei Schleppfahrten im Ruderboot sehr komfortabel ist. Auch die kleineren Shimano-Modelle sind extrem belastbar und verfügen über zuverlässige Sternbrems-Systeme. Dadurch ist dieser Rollentyp prädestiniert, um auch mal größere Köder einzusetzen und um kampfstarken Fischen Paroli zu bieten.
Ein kräftiges „Petri Heil“ wünscht Euch
Jürgen Haese |
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