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Reine Vertrauenssache
Einer der wichtigsten Bausteine für einen dauerhaften Erfolg am Wasser ist „Vertrauen“. Vertrauen in das eigene Können und in das Material im weitesten Sinne, insbesondere in die eingesetzten Köder. Wer selber nicht davon überzeugt ist, was er da gerade macht, der wird auch deutlich schlechter fangen als Petri Jünger, die optimistisch zu Werke gehen.
Solange man aber selber mit einem bestimmten Köder noch nicht gut gefangen hat oder zumindest dabei gewesen ist, wie andere damit hervorragend gefahren sind, solange schwimmt immer ein gutes Quäntchen Misstrauen mit. Nur wer nicht ständig das ungute Gefühl hat, dass es eventuell doch am Köder liegen mag, dass er bislang Schneider geblieben ist, kann sich voll auf das Geschehen am Wasser konzentrieren und seine Verführer entsprechend fängiger präsentieren. Man angelt dann einfach zuversichtlicher und wird mit Sicherheit besser fangen, als wenn der Neuerwerb eher unmutig durchs Wasser gezerrt wird.
Nun ist das so eine Sache mit den wirklich fängigen und vertrauenswürdigen Ködern. Wenn ich der Werbung glauben soll, dann muss ich mich ja nur für die Produkte des einen oder des anderen Herstellers entscheiden und schon werde ich mich vor Fischen kaum retten können. Aus der Praxis wissen wir aber, dass dem bei Weitem nicht so ist, und dass sich am Wasser ganz schnell die Spreu vom Weizen trennt.
Echte Klassiker, die konstant besser fangen als andere Kunstköder, gibt es nicht wirklich viele. Jeder Angler hat zudem seine persönlichen Vorlieben und jedes Gewässer seine Eigenarten. Umso überzeugender ist es dann, dass es offensichtlich Köder gibt, die regelmäßig die Nase vorne haben.
Wenn wir hier über das Hechtangeln mit Wobblern sprechen, dann stehen auf meiner Liste der „persönlichen Vertrauten“ zwei Modelle mit ganz oben. Nicht weil die die so schön bunt sind, sondern weil ich erlebt habe, dass sie an den unterschiedlichsten Gewässern und unter sehr verschiedenen Bedingungen immer „eine Bank“ gewesen sind. Mit dieser Erfahrung genießen beide Kunstköder mein vollstes Vertrauen.

Die Rede ist vom Rapala X-Rap Jointed und vom Rapala Super Shad Rap.
Beide Wobbler lassen sich gleichermaßen gut werfen und auch erfolgreich als Schleppköder einsetzen. Für die 15cm langen Beuteimitate setzen sich auch Großhechte gerne in Bewegung. Die Gewichte um die 50 Gramm lassen sich mit einer herkömmlichen Hecht-Spinnrute gut bewältigen und der Umgang bereitet auch dem Einsteiger keine Schwierigkeiten.

Beide Wobbler können sehr vielseitig eingesetzt werden. Die besten Erfolge mit dem X-Rap hatte ich beim einfachen Einholen. Ohne große Schnörkel kurbele ich den Köder nach dem Auswerfen wieder ein. Der zweiteilige Aufbau garantiert eine sehr lebhafte Aktion schon beim geringsten Zupfer. Daher kann der X-Rap auch sehr langsam präsentiert werden. Ein großer Vorteil in kaltem Wasser und bei unentschlossenen Raubfischen. In der Variation der Einholgeschwindigkeit liegt dann auch der Schlüssel zum, Erfolg. Das richtige Tempo ist von der Tagesform der Hechte abhängig und muss an jedem Angeltag neu erforscht werden. Dabei muss man sich auch nicht davor scheuen mal richtig „aufzudrehen“. Die pfeilschnellen Hechte attackieren auch einen sehr zügig geführten Köder vehement, wenn sie in der richtigen Stimmung sind. Über die Einholgeschwindigkeit kann ich auch die Tauchtiefe definieren. Sehr langsam geführt lässt sich der X-Rap unmittelbar unter der Oberfläche führen. Eine sehr erfolgreiche Präsentation über hoch wachsenden Krautfeldern und sonstigen Unterständen. Zügig gefischt und beim Schleppangeln taucht der Wobbler bis zu 3m tief.

Der Super Shad Rap rangiert seit Jahren unter den Top-Pike-Ködern in aller Welt und ist über jeden Zweifel erhaben. Auch dieser Wobbler kann sehr variantenreich geführt werden und macht so ziemlich alle Spielchen, die einem Angler einfallen gutmütig mit. Auf Schleichfahrt im Schnecketempo oder auch bei zügiger Schleppfahrt. Gerade bei Schleppanglern genießt der Super Shad Rap einen exzellenten Ruf, da auch unter rauen Bedingungen sehr „spurstabil“ läuft. Ich fische die schwimmende Variante gerne als Wurfköder und nutzte dabei das hohe Auftriebsvermögen des Balsaholzkörpers aus. In der Praxis beschleunige ich den Köder über einige Meter und stoppe dann den Einholvorgang. In der Pause steigt der Wobbler auf, um bei den nächsten Kurbelumdrehungen gleich wieder abzutauchen. Das Spielchen wiederhole ich bis der Wobbler entweder vor meinen Füßen auftaucht oder von einem Hecht attackiert wird.

X-Rap und Super Shad Rap stehen in fängigen Farben zur Verfügung. Die Palette umfasst neben diverse Schockfarben für trübe Gewässer auch sehr realistische Naturdekors für klare Gewässer umfassen. Die absolut soliden Konstruktionen nehmen es auch mit kapitalen Fischen auf.

Wer zuverlässige Begleiter bei der Pirsch auf Meister Esox sucht, der ist mit beiden Rapala-Vertretern bestens beraten.

Extra-Tipp:
Richtig Spaß machen beide Köder an einer kurzen Rute und mit einer Baitcaster-Rolle.

Ein kräftiges „Petri Heil“ wünscht Euch

Jürgen Haese
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