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| Ungarische Rapfen: Kraftpakete aus dem Balaton See! |
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Es war ein angenehmer Mittag und arbeitete im Garten, als plötzlich das Telefon klingelte. „Wiilem, Du sollst zu uns kommen, die Rapfen sind da“. Es war Tom Walter, der mich anrief. Tom ist eine eingefleischter Friedfischangler und Weltmeister 2004. Zudem angelt er gerne auf Rapfen. Ich hatte Tom begegnet, nachdem ich ihn gebeten hatte, für unser Magazine ‚Witvis Totaal’ einige Artikeln zu schreiben. Der sympathishe Ungar hatte mich nicht vergessen. Er wusste, dass ich gerne mal in Ungran auf Rapfen angeln wollte. Und wer möcHte das nicht? Jetzt hatte ich endlich die Chance, welche Möglichkeiten es für das Angeln auf Rapfen im Ausland waren. Es wird nämlich sehr viel erzählt über (große) Rapfen und jetzt konnte ich mit eigenen Augen sehen, ob dies alles wahr sei und wie dort auf die für Holländer neue Fischart geangelt wurde.
Weg! Tscha, dann muss man eben schnell sein. Ich habe wirklich das Gartengerät fallen lassen, über Internet ein Flugticket gebucht und weg war ich! Denn was will man sonst, wenn man hört, dass große Schwärme Rapfen sich am Balaton See im Ufernähe befinden? Und dass man auch noch mit den dortigen Experten angeln kann? Eine solche Chnace bekommt man nicht oft. Tom erzählte mir, dass Rapfen im Herbst große Schwärme bilden und dass es dann vom September bis November möglich ist, gezielt auf Rapfen zu angeln. Der See ist im Sommer voll mit Wassertouristen und das mag ich gar nicht. Viele Tausende von Urlaubern verbringen ihre Tage dann am Ufer dieses Sees und alle Dörfer rundum des Sees leben dann vom Tourismus. Angekommen in Budapest besuchten Tom und ich zuerst zwei Angelgeschäften, die Tom dort betreibt und die sich in TESCO-Warenhäusern befinden. Diese sehr grosse Warenhäuser werden jeden Tag von Tausenden von Menschen besucht und sind 7 Tage in der Woche geöffnet. Also auch die Angelsportgeschäfte von Tom. Seine Geschäfte sind zwar kleine, verkaufen tut er allerdings gut. Die Ungran angeln vor allem auf Karpfen, Friedfische und Raubfische und nur selten auf Rapfen. Diejenige, die auf Rapfen angeln, sind Spezialisten und gerade mit ihnen wollte ich reden and vor allem Angeln.
Nicht unbedingt ein Flussfisch Ich hatte das Vorrecht, mit einigen sehr erfahrenen Anglern über Rapfen zu reden. Es fiel mir sofort auf, dass sie alle über Rapfen im See sprachen. Anscheinend findet man hier den Rapfen nicht unbedingt ein Flussfisch, sondern auch einen Fisch, der gut gedeiht in stehenden Gewässern. De wirklich große Rapfen werden hier nicht in den Flüssen, sondern in den Seen gefangen. Darüber ist man es sich einig. Was für die Ungaren ein großer Rapfen ist, wollte ich selbstverständlich auch wissen. Geschichten über Meterfische hatte ich schon eher gehört, aber selbst noch nie ein solch großer Fisch gesehen. Als ich danach fragte, war auch hier die Antwort deutlicht: “Ein großer Rapfen ist bei uns ein Fisch von etwa 80 cm“. Im Durchschnitt sind die Rapfen allerdings in Ungran größer als bei uns, aber auch jetzt bekam ich keine Bestätigung, dass jemals ein Fisch von mehr als 100cm gefangen wurde. Auch die ungarische Spezialisten hatten von solchen Fischen gehört, aber noch nie einen gesehen. Anscheinend sollen sie im Balaton See schwimmen. Im Sommer werden sehr große Fische gesehen, aber nicht gefangen. In der Duna, einem Fluß, der mit der holländischen Waal zu vergleichen ist, schwimmen auch genügend Rapfen um gezielt darauf zu angeln, aber in diesem Fluß stehen die Fische weit von einander und die beste Zeit sind die Monate September und Oktober. Große Schwärme Rapfen werden oft Mitte Oktober gesehen und ich werden diesen Fluß ganz bestimmt noch einmal besuchen. Aber nochmals; der Rapfen ist kein typischer Flussfisch, obwohl in Holland fast ausschließlich auf den Flüssen auf Rapfen geangelt wird, aber auch Fische von den Kanälen und Seen gemeldet werden. Es handelt sich dann um Einzelfälle, aber immerhin. Persönlich glaube ich auch, dass Rapfen gut in stehenden Gewässer leben können, wobei das Nahrungsangebot wahrscheinlich von großer Bedeutung ist.
Nur Wurfangeln wenn nötig Endlich war dann die Zeit da, dass wir angeln konnten. Der Balaton See lag vor uns. Ein sehr großer See mit sehr viel Möglichkeiten zum Angeln. Die endlosen, flachen Uferteile sahen wunderschön aus. Der Plan war denn auch watend zu angeln und nicht aus einem Boot. Tom erzählte mir, dass diese Angelmethode mit jagen zu vergleichen sei. Für mich war dies etwas völlig neues, denn zuhause suche und fahre ich sehr viel und werfe zudem auch viel. Hier ging es anders. Man watet ins Wasser hinein und geht auf der Suche nach den Rapfen. Das klingt zwar einfach, aber man muss lernen, überall auf zu achten. Wir liefen durchs Wasser und Tom sah plötzlich jagende Rapfen etwa 100 Meter links von uns. In erste Instanz sah ich selbst überhaupt nichts. Kein aufspritzendes Wasser, keine Strudel, gar nichts! Ich fragte ihn: “Was siehst du denn?“ Siehst du die Möwen denn nicht?“, antwortete er. Tatsächlich kreisten dort die Möwen nervös an einer Stelle, wo nur ab und zu ein kleiner Fisch aus dem Wasser sprang. Also nichts aufregendes, nur einige kleine Ringe, die sich aber als von großer Wichtigkeit zeigen würden. Vorsichtig näherten wir uns die Stelle. Wir durften nicht zu nah dran gehen, aber auch nicht zu weit davon entfernt. Und deshalb verwendeten wir Ruten von 2,70 bis 3,00 m. Wir mussten ja Würfe von etwa 50 m. und manchmal noch weiter machen. Tom warf als erster seinen Kunstköder mit einen genauen Wurf zwischen die jagenden Rapfen. Nachdem der Pilker und die Fliege – darauf komme ich noch zurück – das Wasser berührt hatte, kam auch sofort der Anbiss. Ein schöner Rapfen hatte sich den Kunstköder einverleibt. Wührend des Drills von diesem Fisch wurden die Möwen immer aggressiver. Sie tauchten zwischen die Beutefsiche, ein schöner Amblick. Ich glaubte, dass der Schwarm jetzt wohl schnell verschwinden würde, aber der Gegenteil erwies sich als wahr. Unter Wasser verhielten die Rapfen sich auch immer aggressiver. So aggressiv sogar, dass das Wasser fast kochte und die Beutefische nach allen Richtungen zu fliehen versuchten. Die von den Rapfen getöteten und auf dem Wasser treibenden Fische wurden sofort von den Möwen gegriffen. Was für ein Spektakel! Auch ich warf schnelle meinen Kunstköder in den Schwarm und auch ich bekam fast sofort einen knallharten Anbiss. Ein richtig schöner Rapfen hatte meinen Kunstköder völlig verschlungen. Nichts schien den Schwarm raubenden Rapfen zu erschrecken und wir fingen beide etwa 20 Rapfen in dem kochenden Wasser. Plötzlich aber verschwanden die Möwen und bekamen wir keinen Anbiss mehr. Weg! Die Rapfen waren einfach verschwunden! Sie hatten anscheinend genug gefressen.
Ungarischer Rig Tom und ich liefen hiernach Hunderte von Metern durchs Wasser, redeten kein Wort, aber unsere Sinnesorgane waren geschärft. Es verging anderthalb Stunde ohne auch nur einen Wurf gemacht zu haben. Wenn man keine jagende Fische sieht, ist das auch nicht nötig. Hier wurden also ganz anders als bei uns geangelt. Warten und waten hieß hier die Devise. Sieht man Aktivität in, auf oder über dem Wasser, dann nimmt sich die Zeit, schaut sich an, was passiert und schlägt dann erst zu! Die Schwärme Rapfen die sich in dieser Jahreszeit im Balaton See aufhalten sind manchmal sehr groß. Das heißt, dass manchmal Schwärme von mehr als 100 große Fische ( 60 – 80 cm) entlang den Ufern nach Nahrung suchen, bevor es im Winter zu kalt wird. Und mit ein Bisschen Erfahrung findet man solche Schwärme. Nachdem wir etwa 2 Stunden gewatet hatten, fanden wir wieder so ein Schwarm in der nähe eines Hafens. Bis zum Rand des Hafens konnten wir waten, weil es weiter hinaus zu tief wurden. Ich entschloss aus dem Wasser zu steigen um vom Hafenpier aus den jagenden Schwarm beobachten zu können. Es war wieder ein herrlicher Anblick um zu sehen wie der eine jagende Rapfen sich nach dem anderen mit äußersten Präzision in den Schwarm Beutefische stürzte. Natürlich konnte ich mich nicht bezwingen, warf meinen ungarischen Rig zwischen den jagende Rapfen und hatten sofort einen Anbiss! Ein sehr harten Ruck auf die Rutenspitze und eine schreiende Bremse waren die Folge. Einfach spitze! De schöne Fisch hatte einen Buckel auf dem Rücken. Auch Tom fing wieder einige schöne Fische. Er war im Wasser geblieben und konnte sie durch sehr weit zu werfen haken. Er fing sogar zwei Fische in einem Streich! Und das ist der Grund ihnen jetzt etwas mehr über der ungarische Rig zu erzählen.
2 in 1 Ich war in Ungarn um zu lernen und überhaupt lasse ich mich gerne von etwas neuem inspirieren. Außer einige Streamer hatte ich denn auch keine Kunstköder mitgenommen. Wenn Tom in dieser Periode auf Rapfen angelt, dann verwendet er einen Pilker, den er mit einem Streamer kombiniert. Meistens angelt er mit kleinen Pilkern von 25 Gramm und von einem Drilling versehen. Der Pilker ist nicht gefärbt, also einfach grau, während der Streamer weiß ist. Mit dieser Kombination wird folgendermaßen geangelt: Sobald man einen Schwarm jagenden Rapfen entdeckt hatt, wirft man die Kombination Ruchtung den Schwarm. Manchmal mitten drin, dann wieder davor oder daneben. Sobald der Pilker das Wasser berührt, fängt man an, einzukurbeln. Die Rutenspitze sollte man dabei hoch halten, damit der Streamer über die Wasseroberfläche hüpft. Und ob sie es glauben oder nicht, ein derartig präsentierter Streamer wird sofort entdeckt und angegriffen. Die Rapfen schlürfen ihn kräftig in sich hinein. Das eine Mal fängt man an dem Streamer und das andere Mal an dem Pilker. Oder an beiden, wie Tom mir zeigte. Wie schon erzählt werden längere Spinnruten von mindestens 2,70 bis 3,00 m verwendet, worauf sich eine Rolle aus de 4000 Serie befindet, die eine geschmeidige geflochten Schnur von 0,15 mm auf der Spule hat. Man sollte darauf achten, die Bremse nicht zu fest zu drehen. Die Rolle muss sofort nach einem Anbiss Schnur geben können. Man bekommt manchmal noch einen Anbiss vor seinen Füssen und dann brauche ich nicht weiter zu erklären welche Kräfte auf das Gerät ausgeübt werden.
Spezial, spannend, anders… super! In Ungarn ost das Angeln auf Rapfen eine angenehme Angelegenheit. Wir hatten den ganzen See für uns allein. Die meisten anderen Angler angelten auf Zander, Kapfen und Wels. Auf Rapfen angeln hier nur einige ‚Ausnahmefälle’, die das machen weil sie Spaß daran haben. Er wird hier meistens noch rein für den Kochtopf geangelt und sogar Barben werden gegessen. Ein großer kultureller Unterschied zu Holland. Aber immer mehr Karpfenangler praktizieren ‚Catch & Release’. Auch Rapfen werden mitgenommen und man staunte, dass wir die Fische zurüksetzten. Watend angeln auf Rapfen ist sehr spannend. Man läuft für viele Stunden durchs Wasser und observiert. Es kann durchaus sein, dass man mehr als 2 Stunden läuft, ohne ein Mal geworfen zu haben. Man sucht nach Zeichen, die die Anwesenheit von Rapfen verraten. Und das sind nicht immer aggressiv jagende Rapfen, die die Wasseroberfläche zum Kochen bringen. Wie erzählt können es auch Möwen sein. Es scheint, als wissen die Möwen genau was im See vorgeht. Wie eine Formation Hubschrauber fliegen sie über das Wasser. Und wenn sie anhalten, so is es in 9 von 10 Fällen Zeit die Kunstköderkombination zu präsentieren: ein Schwarm jagende Rapfen. Man sollte sich der Stelle vorsichtig nähern, bevor man das erste Mal wirft. Den letzte Tag wateten wir schon länger als 2 Stunden entlang dem Südufer des Sees. Weit weg sahen wir Möwen, die immer wieder nervös hin und her flogen. Nach einer halben Stunde konnten wir sehen, wie ein riesiger Schwarm sich in einem tieferen Teil aufhielt und aggressiv jagte. Leider konnten wir den Schwarm nicht erreichen. Mit dem Fernglas konnten wir aber shen, dass es sich um sehr große Fische handelte. Es schein, als fielen immer wieder Ziegelsteine ins Wasser.
Das Angeln auf Rapfen am Balaton See ist einmalig. Laut den ungarischen Angler kann man sie zu jeder Zeitpunkt am Tag fangen, was auch wir haben erfahren. Wir fingen jeden Tag etwa 40 Rapfen pro Person und es waren alle große Fische zwischen 60 -8- cm. Wir haben die Fische zwar nicht gemessen, denn ob ein Fisch 74 oder 84 cm ist, das Gefühl beim Anbiss und Drill bleibt geleichermaßen spannend. Dieses Jahr werde ich wieder nach Ungarn reisen und zwar zur Duna. Es ist ein hart strömender Fluß. Bis dahin werde ich auch in eigenem Land den ungarsichen Rig ausprobieren.
Willem Stolk Shimano Predator Consultant |
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