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| Vertikalangeln ist super! |
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Angeln auf Zander, Hecht und Barsch kann man auf verschiedene Arten: Schleppen, Spinnfischen und mit Naturköder. Mit allen Methoden werden Fische gefangen, aber es geht auch anders. Und zwar mit einer Technik, die sich als sehr effektiv erwiesen hat: das Vertikalangeln.
Das Vertikalangeln ist eine Technik, die in den USA auch ‚Jigging’ genannt wird, die aber in den Niederlanden perfektioniert wurde und sich als sehr effektiv erwiesen hat. Man kann damit sehr genau angeln und ausgeführt von einem Boot (oder Bellyboot) aus kann jede interessante Stelle genauestens ausgekämmt werden. Angelt man an einem See, so sollte man vorher einigermaßen die Tiefenunterschieden kennen. Es gibt Wasserkarten, worauf die Tiefen angegeben sind und die eine große Hilfe sein können, wenn man nicht über ein Echolot verfügt. Dann ist es auch gut zu wissen, dass sich die Fische im Winter tiefer als im Sommer im Wasser aufhalten. Allerdings lässt sich das Vertikalangeln am besten mit Hilfe eines Echolots und von einem Boot und/oder Bellyboot ausführen. Damit kann man genau die Strukturen unter Wasser, die herrschende Tiefe und die Anwesenheit von Fischen erkennen. Verfügen Sie über ein Boot, ein Echolot und geeignetes Gerät – darüber später mehr -, so ist das Vertikalangeln eigentlich ziemlich einfach. Was Sie brauchen ist eine kurze Spinnrute, darauf eine kleine (Multi)Rolle, geflochtene Schnur, leichtes Stahlvorfach und einen Jigkopf mit einem Shad. Der Shad auf einem Jigkopf von etwa 20 g wird gerade unter dem Boot zum Boden hin runtergelassen. Das Boot fährt noch nicht. Ist der Shad am Boden anbelangt, so wird der Shad hoch gezupft bis Sie ihn fühlen. In dieser Position halten Sie ihn einige Sekunden fest und setzen ihn wieder an straffer Schnur auf den Boden. Die straffe Schnur ist wichtig, denn sonst sind Sie nicht in der Lage, einen Anbiss zu fühlen. Die Technik besteht darin, dass der Shad immer wieder hochgezupft, festgehalten und wieder auf den Boden gesetzt wird. Mit Pausen von etwa drei Sekunden. Haben Sie sich die Technik zu eigen gemacht, dann können Sie mit dem Elektromotor sehr langsam rückwärts fahren und so eine Stelle nach Fischen absuchen. Dabei ist es wichtig, dass Sie andauernd das Echolot im Auge behalten. Vertikalangeln ist also eine Kombination von Echolot anschauen, fahren und angeln.
Bodenstruktur Raubfische halten sich gerne in der Nähe von Hindernissen und Scharkanten auf. Und sowohl Zander, Hecht wie auch Barsche machen das im Winter gerne in der Nähe des Bodens. Wenn Sie also genau auf das Echolot schauen, sehen Sie nicht nur diese Hindernisse und die Bodenstruktur, sondern auch öfters die Fische. Suchen Sie also diese Hindernisse, Scharkanten und angeln Sie dort vertikal. Sie werden dann sehen, dass das sehr effektiv sein kann. Die Anbisse sind unterschiedlich. Ein Zander kann knallhart anbeißen, so hart sogar, dass es Sie erschreckt! Ein Hecht, und vor allem die größeren Exemplare, schieben sich fast über den Shad, wodurch der Anbiss oft weniger hart ist als beim Zander. Anbisse von Barschen erkennen Sie meistens am Vibrieren der Rutenspitze. Wie auch immer, fühlen Sie etwas, was nicht ganz normal ist, so schlagen Sie sofort an! Wie gesagt, halten die Hechte, Zander und Barsche sich im Winter in größerer Tiefe auf. Oft mehr als in 10 m Tiefe. Wir haben sogar Zander in einer Tiefe von 27 m gefangen. Diese Fische überleben den Drill allerdings wegen des großen Druckunterschieds nicht und deswegen angeln wir nicht tiefer als 12 m, weil wir die Fische, wie in Holland üblich, zurücksetzen wollen.
Shad und Jigköpfe Shads gibt es in Tausenden von unterschiedlichen Formen und Größen. Auch ich habe manchmal Probleme beim Auswählen. Zudem kann nicht mit hundertprozentiger Sicherheit gesagt werden, welcher Shad wann benutzt werden soll. Es kommt dabei ein bisschen auf die Erfahrung an. Kaufen Sie am Anfang nicht zuviel Shads. Fangen Sie mit drei Modellen und drei Farben an. Ich bevorzuge die Farben: Firetiger, Basrch und Salt & Pepper. Mit diesen Farben werden auch Sie bestimmt Erfolg haben. Bedenken Sie zudem, dass Fische Farben erkennen können. Ich habe das intensiv untersucht für mein Buch. Raubfische sehen perfekt, und auch Farben.
Die Shads sollen natürlich auf einen Jigkopf montiert werden, wenn Sie nicht zufälligerweise Shads mit integriertem Jigkopf gekauft haben. Nehmen Sie auch unterschiedliche Gewichte. Für den Anfang empfehle ich allerdings Jigköpfe von 17 bis 20 g. Wenn Sie mehr Erfahrung haben, können Sie leichtere Jigköpfe wählen, weil die Faustregel ist: So schwer wie nötig und so leicht wie möglich. Bis etwa 6 m Tiefe wählen Sie den Jigkopf von 17 g und für tiefere Gewässer den Jigkopf von 20 g. Ausnahmen gibt es natürlich auch, wie zum Beispiel bei hartem Wind oder Strömung.
Aktion Wie auch schon gesagt soll der Shad hochgezupft werden. Und wie es sich herausgestellt hat, macht jeder das etwas anders. Der eine schnell, der andere langsam und wieder ein anderer aggressiv. Welche Methode an einem Gewässer am besten ist, ist schwer zu sagen. Auch das sollten Sie herausfinden, aber der Erfolg wird immer vom Mann hinter der Rute bestimmt. Und je mehr Erfahrung er hat, desto erfolgreicher wird er sein, denn Vertikalangeln ist sehr effektiv. Sie werden viel fangen können. Haben Sie zum Beispiel einen Schwarm Zander entdeckt, so ist es durchaus möglich, dass Sie an einer Stelle 25 Zander fangen werden. Wobei die Anbisse knallhart sein werden. Wirklich super!
Willem Stolk Shimano Predator Consultant |
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